Lagerhallen-Brand: Knapp an einem Chemie-Inferno vorbei?

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Blick auf einen Teil des Produktionsbetriebs der Schäfer & Schläpfer: Im Hintergrund ist zu erkennen, wie nahe die Flammen sind. (Bild: BRUNO MUNTWYLER)

Der Schreck sitzt den Rothristern am Tag nach dem Grossbrand noch in den Knochen. Viele sind überzeugt: Es hätte weit schlimmer kommen können. Nur das schnelle Eingreifen der Feuerwehr sowie einiges Glück verhinderte Schlimmeres.

Der Brand brach am Mittwochnachmittag aus. Kurz nach 16 Uhr ging bei der Kapo die Meldung ein, in einer Halle an der Industriestrasse brenne ein Auto. Als die Feuerwehr Minuten später eintraf, frass sich das Feuer bereits auf das Gebäude über, welches mit Fahrzeugen, Reifen und Holz vollgestellt war. Dort fanden die Flammen Nahrung: Es entwickelte sich ein Grossbrand, welcher den Einsatz von acht Feuerwehren erforderte.

Besonders heikel: In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich der Chemiebetrieb Schärer & Schläpfer AG. Deshalb war der Auftrag an die Feuerwehren von Anfang klar: «Wir mussten ein Übergreifen auf die Lagerhalle des Chemiebetriebs unter allen Umständen vermeiden», sagt der Rothrister Feuerwehrkommandant Hansueli Weber. Ein Teil des Lagers wurde vorsorglich evakuiert, ein Eisenbahnwagen mit Chemikalien auf Distanz gebracht. Der Chemiebetrieb unterbrach seine Produktion, um die Feuerwehren zu unterstützen und eigene Sicherheitsmassnahmen einzuleiten.

Zum Glück blies nicht der Föhn
«Der Wind – am Mittwoch herrschte Bise – hat uns geholfen», sagt Weber. Man mag sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn das Feuer auf den Chemiebetrieb übergegriffen hätte – ein starker Südwind hätte das Feuer direkt Richtung Chemiefabrik getrieben. Der Einsatz verlief glücklicherweise erfolgreich: «Schäden bei Schärer & Schläpfer gab es keine», bilanziert Weber. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», hiess es gestern bei der Schärer & Schläpfer AG.

Welche Konsequenzen der Grossbrand für die Gemeinde hat, konnte der Rothrister Gemeindeammann Ralph Ehrismann noch nicht sagen: «Wir müssen zunächst eine Auslegeordnung machen», sagt er auf Anfrage. Dann werde entschieden, ob und welche Konsequenzen nötig seien. Die Gemeinde sei in Kontakt mit den entsprechenden kantonalen Stellen. «Der Brand wird sicher auch an der Gemeinderatssitzung vom nächsten Montag ein wichtiges Thema sein», so Ehrismann.

Nicht der erste Brand
Es stellt sich vor allem die Frage, welche Brandvorschriften in alten Industriehallen mit gemischtem Gewerbe einzuhalten sind – und wie sich diese überprüfen und durchsetzen lassen. Das Gelände, auf der die abgebrannte Halle steht, gehörte früher der Strebelwerk AG, die 2004 die Produktion einstellte. Heute ist die Industrieruine in ausländischem Besitz. In der Halle wurden offenbar vor allem Autos für den Export aufbereitet; es soll schon zuvor zu mehreren kleineren Bränden gekommen sein.

Die ersten Ermittlungen ergaben, dass ein 59-jähriger Kroate in der Halle ein Auto ausschlachtete. Offenbar hantierte er dabei mit einem Gerät, das Funkenwurf verursacht. Dabei geriet der Wagen in Brand, das Feuer griff rasch auf die Halle über. Der Kroate versuchte das Feuer noch selber zu löschen, erlitt dabei Brandverletzungen und musste später ins Spital eingeliefert werden. Die Staatsanwaltschaft Zofingen hat gegen ihn ein Verfahren eröffnet. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.

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Die ausgebrannte Lagerhalle von oben: Mehrere verkohlte Autos sind zu erkennen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Lager und die Produktion der Chemiefirma Schäfer & Schläpfer. (Bild: PETER RIECHSTEINER)
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